Mein Ansatz für künstlerische Arbeiten

Ich arbeite autobiografisch, assoziativ mit Erlebtem in Form von Foto- und Textmaterial.

Meist kombiniere ich Text und Bild, als Buch oder als Videoarbeit. Ich sehe Ähnlichkeiten bei den Medien Buch und Video, beides findet auf einer Timeline statt. Im Buch hat der Betrachter die Möglichkeit zurück zu blättern, um so das Rezeptionstempo selbst zu bestimmen, im Video wird dies vorgegeben. Die Steuerung des Blickes erfolgt im Buch durch Platzierung der Elemente im Weißraum und im Video durch Schwarzbild und Tempo der Bild- und Text-Elemente.

Ich beschäftige mich mit Erinnern und Schichten des Erinnerns, Familienmustern und Erlebtem. In meiner Diplomarbeit des Kommunikationsdesign in 2010 „Familienmuster – Schweigen, Überlegungen zu meiner Herkunftsfamilie und Erinnerungen meines Vaters“, habe ich mich umfassend theoretisch mit der Psyche auf Basis von Sigmund Freuds Wunderblock beschäftigt.

In seinem Beitrag „Über Kindheits- und Deck­erinnerungen“ bezeichnet Freud diese als bestimmte Art von Kindheitserinnerungen, welche andere Erlebnisse überdecken. Hieraus entstehen auch Erinnerungsfehler. 

So grabe ich in meiner Arbeit „Familienmuster“ in verschiedenen Schichten der Erinnerungen und Erinnerungsfehler meines Vaters in seiner Kindheit.

(Über Deckerinnerungen. ­Gesammelte Werke, Bd. I, S. 531-554; ­Fischer Verlag, Frankfurt 1953).

Ich fotografiere im Alltag und vergleiche zufällig entstandene fotografische Bilder mit Konstellationen von symbolischen Figuren aus unserem kollektiven Gedächtnis wie auch aus der Malerei. Eine wiederkehrende Figuren Konstellation ist die Mutter mit Kind.

Aktuell interessiert mich der Kontrast von Bunt- und Unbunt. Der Blick wird gelenkt durch die Coloration eines Objektes oder einer Figur in einer schwarzweißen Hintergrundszenerie.

Die Idee stammt aus einer Auftragsarbeit als Grafikdesignerin von 2014, wo ich im Rahmen eines Ausstellungskataloges für einen Galeristen die Kunstwerke in Farbe in den schwarz­weißen Ausstellungsraum setzte.

Ich sammle auf Reisen Eindrücke über mich Selbst, mein Empfinden und meine Sicht auf die Welt. Die meisten ­Arbeiten sind durch Auslandsaufenthalte und Reisen, 2007 Teneriffa, 2007 Teneriffa (Fotobuch-Objekt und Videoprojekt „Ain´t no sunshine…“ von 2008), 2008 Reisen nach München zu meinen Großeltern (Fotobuch „1939 – 1979 — Emil und Liz“ von 2008), 2008 Israel (Fotoarbeiten), 2008 Barcelona (Videoprojekt „Die Chinesische Mauer“ nach einer Farce von Max Frisch), 2009 Rom (Gedichtband „Schattenseite“ von 2009) und jährliche Aufenthalte in der Toskana zu den Wurzeln meiner Kindheit, inspiriert. Auch die Großstadt Berlin hat mich 2011 – 2012 zu Fotoarbeiten angeregt.